In Sich Zuhause Sein

 Sich für WAHR-Nehmen

In unserer heutigen Gesellschaft, in der Kontakte unmittelbar und sofort mit Hilfe von Internet und den neuen Medien über die gesamte Welt gehalten werden können, in der Entscheidungen multinational gefällt werden, in der die Presse sich überschlägt und uns Nachrichten wie ungefilterter Spam erreichen, braucht es viel Aufmerksamkeit und Selbst-Gewahrsein, um in die eigene Mitte und Kraft zu kommen und auch dort zu bleiben, ohne sich dabei zu verausgaben. Der erste Schritt beginnt beim Sich selbst wahrnehmen.

Burnout und Krebs

Zwei Gesellschaftserkrankungen, mit denen heute fast jeder Bürger und jede Bürgerin im Laufe des Lebens konfrontiert wird, sei es bei sich selbst, einem Familienangehörigen oder Freund, sind das Burnout-Syndrom und entartetes Zellwachstum – Krebs.

Burnout, „Ausgebrannt-Sein“ im Deutschen, ist die Folge eines zu großen Fokus auf die Umwelt, ohne die innen gerichtete Schau, was einem selbst gut tut, einen seelisch nährt. Man erschöpft sich in dem Wunsch nach Anerkennung, in dem Verlangen nützlich und brauchbar zu sein und landet in dem Extrem von: „Ohne mich läuft der Laden nicht“. Inneres Erleben, Gefühle und Gedanken werden  beim Burnout übergangen und alles was zählt, ist das Ergebnis im Außen.

Bei Krebserkrankungen vermehren sich Zellen im Körper, die ihre jeweilige Funktion für den Körper jedoch verloren haben. So stören Krebszellen das umliegende Gewebe, beeinträchtigen die Funktion des ursprünglichen Organs oder streuen sich in andere Organe und Zellverbände, da sie durch ihre verlorene Funktionalität nicht mehr wissen, was ihre Aufgabe ist und wohin sie gehören. Auch hier liegt im seelischen Bereich oftmals ein zu großer Fokus auf die Umwelt vor, ohne dabei auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und eigene Gefühle auszudrücken. Vorgänge verselbstständigen und Krebs kann entstehen.

Smartphones und ihre Machenschaften

Wir umgeben uns mit Technologie, die uns den ständigen Kontakt mit anderen ermöglichen. Gerade bei den jüngeren Generationen wird Gemeinschaft und soziales Netzwerken immer intensiver über internetfähige Telefone gestaltet. Kinesiologische Tests zeigen jedoch, dass das eigene Magnetfeld durch das Halten eines Mobiltelefons in der Hand erheblich geschwächt wird. Diese Auswirkungen auf das eigene Kraftfeld ist dabei vermutlich den Wenigsten bewusst. Auch die Fruchtbarkeit bei Mann und Frau kann durch die Hitze und Strahlung des Mobilfunkgeräts Schäden nehmen, wenn das Telefon in der Hosentasche verschwindet, weil man mit Headset unkompliziert telefonieren kann. Bei schneller Ermüdung und chronischer Erschöpfung wäre zu schauen, inwiefern das Mobiltelefon außerhalb des eigenen magnetischen Kraftfeldes gelassen werden kann als unterstützende Maßnahme.

Bindungslosigkeit und zu viele offene Türen auf einmal

Ich gehöre der Generation an, der alle Türen offen stehen, Selbstverwirklichung und Individualität an oberster Stelle stehen. Mein Weg, wie bei vielen anderen meiner Generation führte jedoch erst einmal über eine Leere und Sinnkrise, die von Ziellosigkeit, Unentschiedenheit und Haltlosigkeit geprägt waren. Ich wurde immer sensibler für äußere Eindrücke und versuchte mich immer mehr und mehr abzustumpfen., um den Gefühlen der Orientierungslosigkeit den Boden zu entziehen. Depression, Zukunftsangst und Bindungsängste sind nur einige der „Nebenwirkungen“, die ich in all der Verbindungslosigkeit durchwandern durfte, bis ich schließlich bei mir angekommen war. Jetzt kann ich sehen, was für ein stetiger Prozess es ist, sich zu nehmen und anzunehmen, wie man ist, mit allem, was zu einem gehört, bei sich anzukommen, zu bleiben und doch im Fluss mit der Umwelt mitzugehen. In sich stabil und doch flexibel zu sein.

Das Zuhause in einem selbst

Der Weg zum eigenen Zuhause in einem selbst und der Weg in die eigene Fülle geht in erster Linie über das Wahrnehmen von all dem, was ist, das Anerkennen von dem, was mich in diesem Moment beschäftigt, welche Gedanken ich dazu habe, wo ich es im Körper spüren kann. Das Zuhause kann nur das sein, was wir in jedem Moment wahrnehmen und der Ort sein, dem wir den genügenden Raum geben, sich auszudrücken. Das heißt auch, allem was verdrängt, abgestumpft oder durch andere Verhaltensweisen unspürbar gemacht wurde, wieder gewahr zu werden und lauschen zu lernen. Nur dann können wir lernen uns selbst für wahr zu nehmen, uns in unserem So-Sein zu begreifen und uns dafür wertzuschätzen. Unsere Individualität entfaltet sich von unserem Inneren heraus und wir lernen uns nur Dasjenige zu eigen zu machen, was uns wirklich entspricht, ganz unabhängig von den Modeerscheinungen, die uns umgeben.

Durch Körperwahrnehmung, Bewegung im Raum, innere Bilder, Töne und Klänge und dem „Gehalten werden“ innerhalb einer Gruppe und Übungen mit einem „Gegenüber“ werden die eigenen Sinne geschärft, Bewusstheit erhöht, inneres Erleben lebendig, Mut zum Fühlen gestärkt, Lebenslust und Selbstliebe etabliert und der Sinn für das Wesentliche geweckt. Fülle, Kraft und Wohlergehen sind die natürliche Folge einer gesunden Selbstwahrnehmung.

Kleine Körperwahrnehmung

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und richten Sie ihre Aufmerksamkeit auf ihre Sitzposition. Schließen Sie die Augen und spüren Sie die Auflageflächen. Wie fühlt sich der Kontakt an? Ist es hart, weich, drängt es Sie in eine bestimmte Richtung? Wie ist ihre Wirbelsäule geformt? Ist sie aufrecht, verdreht, schief ? Ist sie dem Stuhl angepasst oder scheint sie sich gar nicht einfügen zu können? Wie geht es den Körperteilen, die frei liegen? Gibt es Spannungen in ihrem Körper oder Orte, die sich unwohl anfühlen? Suchen Sie sich die Körperstelle, die sich Ihnen am stärksten bemerkbar macht.

Verleihen Sie diesem Körperteil eine Stimme und lassen sie sie sprechen. Horchen Sie, wie dessen Stimme klingt. Können Sie ein Gefühl oder eine Emotion wahrnehmen? Gibt sie Ihnen Vorwürfe? Und wenn ja, haben sie diese schon einmal gehört? Welche Wünsche oder Bedürfnisse äußert das Körperteil? Folgen Sie den Bedürfnissen und gehen dem nach. Wie verändert sich das Gefühl und die Stimme von dem Körperteil, wenn Sie dem Bedürfnis in sich Raum geben? Kann sich dadurch die Schmerzqualität ändern? Spüren Sie nach, wie sich die Veränderung in diesem Körperteil auch auf die anderen Körperstellen auswirkt. Bedanken Sie sich bei dem Körperteil für das Aufmerksam machen und den Hinweis, der zu ändern war, um in mehr Wohlgefühl zu gelangen.

Diese kleine Übung kann mit jeder Schmerzqualität gemacht werden, wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Unterleibsbeschwerden. Über Erfahrungen und Rückmeldungen, die mit dieser Übung gemacht wurden, freue ich mich.

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